1, 5 on Tour - UnBELIZEable

  1. Stopp vom 4.10.2019 -6.10.2019 in Puerto Morelos bei Moni



Die wunderbare Mexikanerin mit polnischen Wurzeln habe ich auf meiner ersten Reise nach Belize, im August 2019 im Flugzeug kennengelernt. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und sie hat mich damals gleich in ihr Haus eingeladen. Damals habe ich unter Aufwendung meines ganzen Mutes mich selbst überrascht und bin zu der netten Fremden aus dem Flugzeug gefahren und habe zwei Tage mit ihr und ihrem Partner verbracht. Heute ist aus der netten Fremden im Flugzeug eine gute Freundin über dem Ozean hinweg geworden. Es war sehr schön, dass wir unsere Reise gemeinsam mit Moni und ihrem Partner Marco starteten.


Strand in Puerto Morelos mit dem bekannten von einem Hurrikan beschädigten Leuchtturm

    2. Stopp vom 6.10.2019- 11.10.2019 in Corozal



Die Fahrt und der Grenzübertritt nach Belize gestalteten sich etwas abenteuerlich. Wir nahmen den Bus von Cancun nach Chetumal und wollten dort mit dem Bus weiter nach Corozal und die Grenze nach Belize mit dem Bus überqueren. In Chetumal an der Busstation angekommen erklärte mir die freundliche Mexikanerin am Schalter dass Sonntags kein Bus nach Belize fährt. Auch an anderen Schaltern erhielt ich diese Auskunft, die sich zu dem im Internet veröffentlichten Fahrplan und den Informationen die ich in Cancun einholte widersprach. Es galt zu improvisieren. Wir haben uns dann ein Taxi bis zur mexikanischen Grenze genommen und sind zu Fuß über die Grenze nach Belize. Bereits da bereute ich den großen Reiserucksack und die zwei kleinen Rucksäcke.



Nach der Einwanderung haben wir ein Taxi zu unserem vorab gebuchten Airbnb genommen, das etwas außerhalb von dem Städtchen Corozal liegt. Leider war dort niemand zum Check-in anzutreffen und unsere Anrufe blieben unbeantwortet. Da es mittlerweile Abend war und meinem Sohn seine Schlafenszeit immer näher rückte, was sich ganz deutlich in seiner Laune wiederfand, ließen wir uns vom Taxifahrer in ein Gästehaus in dem kleinen Städtchen Corozal fahren. Als wir dann spät abends ins Bett fielen (na ja mein Sohn hat bereits im Taxi geschlafen und ich habe ihn schlafend ins neue Bett getragen) war ich froh nun in Belize angekommen zu sein.


Auch auf Reisen haben wir unsere Routinen von zu Hause aufrecht erhalten. Diese gaben meinem Sohn und mir Sicherheit und Kraft. Dankbarkeitsrituale am Morgen und am Abend und das Bücher lesen vor dem ins Bett gehen machten uns Beiden immer Spaß. Am Meditieren übte sich mein Sohn auch manchmal.



3. Stopp vom 11.10.2019 bis 16.10.2019 in San Ignacio bei Mary und in einem Gästehaus


Am 11. Oktober folgten wir der Einladung von Mary Zeit bei ihr und ihrer Familie zu verbringen. Mary traf ich zweimal beim Abends weggehen in meinem alleinigen Urlaub in San Ignacio einige Wochen zuvor. Wir verstanden uns gut und auch hier nahm ich wieder alle meinen Mut zusammen und folgte ihrer Einladung. Und wir wurden belohnt mit unvergesslichen Erinnerungen.

Mary holte uns an der Bushaltestelle in San Ignacio früh morgens ab und brachte uns in ihr zu Hause. Dort lernten wir ihren Mann und die beiden bezaubernden Kinder kennen. Das Haus würden Europäer wohl eher als eine kleine Holzhütte bezeichnen. Es gab zwei kleine Schlafzimmer einen kleinen Gemeinschaftsraum und ein Bad. Ein paar Minuten nach unserer Ankunft brach die Familie auf. Die Eltern gingen zu ihrer Arbeit und ihre Kinder nahmen sie in den Kindergarten und die Schule. Ich bekam den Hausschlüssel in die Hand gedrückt und blieb dankbar und faszinierte zurück, welches Vertrauen diese Familie einer Frau aus Deutschland, die sie zweimal abends traf, entgegenbrachte.

Die Kinder verbrachten den Abend spielend und in besten Unterhaltungen vertieft trotzt unterschiedlicher Sprachen. Ich erfuhr viel von dem Leben in San Ignacio und kam mit ganz neue Ansichten und Prioritäten in Kontakt. Am nächsten Tag fand eine große Party statt. Bereits am frühen Mittag wurde ein Pool hergerichtet und die Nachbarskinder und unsere Kinder sowie viele Nachbarn hatten ihren Spaß. Groß und Klein tobten im Wasser oder spielten in dem kleinen Garten zusammen. 

Als die Kleinen im Bett schliefen ging die Party für die großen Gäste im Garten weiter.


Am nächsten Morgen wollten wir gemeinsam einen Ausflug in den Belizer Zoo unternehmen. Als ich morgens wie immer mit meinem Sohn um 5 Uhr aufstand, versorgte ich zuerst die im Wohnzimmer übrig gebliebenen Partygäste und nach und nach die wach werdenden Kinder mit Frühstück. Von Mary und ihrem Mann sah ich bis spätnachmittags nichts und die Kinder waren sehr traurig, dass es nicht in den Zoo ging und dass ihre Eltern nicht das Bett verließen. Also machten wir kurzerhand alleine eine weitere Poolparty. Unsere Gastgeber haben sich so aus der Welt geschossen, dass sie knappe zwei Tage nicht aus dem Zimmer kamen, aussahen wie der Tod höchstpersönlich und die Kinder sich selbst, beziehungsweise mir überlassen wurden. Solche Partyeskapaden und auch das Verhalten den Kindern gegenüber die Tage darauf lernten wir in Belize die folgenden Wochen (leider) noch öfters kennen.


Neue Erfahrungen und neue Lebensstile kennen zulernen heißt auch mit Dingen konfrontiert zu werden, die einem nicht gefallen, die einen fördern oder anstrengen. Ich respektiere andere Lebensweisen und stelle gleichzeitig ganz klar fest, was mir wichtig ist. Ich bin dankbar für diese Erfahrung, möchte sie nicht missen und beschloss nun ein paar Tage mit meinem Sohn in einem Gästehaus zu verbringen wo wir unseren eigenen Räume für uns alleine haben und ich Zeit und Raum habe mich wieder zu sammeln.

Wir haben noch viele tolle Ausflüge in San Ignacio gemacht, wie zum Beispiel den Besuch der Ruinen.


Reisen ist anstrengend. Ich merke dass nach turbulenten 9 Tagen mein Akku relativ leer war. Die vielen zu verarbeitenden neuen Eindrücke, die vielen Entscheidungen die ich treffen durfte und meine unregelmäßigen Schlafenszeiten sind anstrengend für mich. Da es die letzten beiden Tage in San Ignacio stark geregnet hat und der Regen laut Wetterbericht zunehmen soll, habe ich mich dazu entschieden ein trockenes Küstenstädchen aufzusuchen und uns eine eigene kleine Wohnung über Airbnb zu mieten.

4. Stopp vom 16.10.2019 bis zum 5.11.2019 Placencia, Aribnb Unterkunft



Mit dem Taxi und Zwischenstopp im Belizer Zoo sind wir nach Placencia weiter gezogen.

Die Wohnung in einer Cabana über Airbnb war ein Traum und mitten im Herzen von Placencia und umgeben von den wenigen übrig gebliebenen Einheimischen. Die meisten Einheimischen sind, mehr oder weniger freiwillig wie man mir erklärte, nach Stan Creek gezogen um dem Tourismus Platz zu machen und ihre Grundstücke gewinnbringend zu verkaufen.



Von einem wundervollen Belizer, den ich auf der ersten Reise in Belize in San Ignacio kennenlernte und der nun in Placencia wohnte, wurden wir gemeinsam mit seiner Freundin zu einem Ausflug zu Wasserfällen eingeladen. War ich zu Beginn noch manchmal kritisch bei Einheimischen wo mein Bauchgefühl mir sagte du kannst vertrauen, habe ich spätestens nach diesem Tag gelernt, meinem Bauchgefühl zu vertrauen. Viele Belizer unternehmen gerne mit neuen Menschen etwas, sind interessiert an anderen Kulturen und genießen gerne das Leben gemeinsam. Wir haben auf unserer Reise nicht einmal die Erfahrung gemacht, dass die Einheimischen eine Gegenleistung erwarteten für die gemeinsam verbrachte Zeit. Allerdings haben wir auch ausschließlich mit den Menschen etwas unternommen wo mein Bauchgefühl mir grünes Licht gab.


Den Großteil der Zeit in Placencia verbrachten wir am wunderschönen Strand. Louis durfte dort mit vielen einheimischen Kindern spielen, planschen und sandeln. Auch haben wir an diesem schönen Fleckchen Erde mehrmals Delfine vom Strand aus bewundert.



Schnell lernten wir unsere wunderbare Nachbarin Abigaile und ihren Mann Nick und ihre bezaubernde Tochter Leyla kennen. Mit der Familie verbrachten wir viel Zeit.

Unser absolutes Highlight der Reise war die Einladung von Abigaile in ihr Heimatdorf. Sie ist eine Maya und wuchs in einem kleinen Dorf das zu dem Ort Big Falls gehört auf. Da ich mich sehr für ihre Kultur interessiere und wir uns häufig darüber unterhielten wollte sie uns unbedingt den Ort zeigen wo sie aufwuchs.

Sie fuhr mit ihrer Tochter für mehrere Tage nach Hause und lud uns ein nach zu kommen. 



Und wieder einmal nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und folgte ihrer Wegbeschreibung. Wir nahmen ein kleines Boot, ein Taxi von dort zur nächsten Busstation und fuhren dann mit dem Bus bis zu einem Snack Shop wo der Busfahrer uns austeigen lies.

Und dort standen auch schon Abigaile und ihre Tochter. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Natur die uns umgab war überwältigend.

Was mich nur noch mehr faszinierte war die Gastfreundschaft die uns entgegengebracht wurde. Abigailes Mutter war eine herzensgute Frau die stets ein Lächeln auf den Lippen trug und die eine unfassbare Wärme und Liebe ausstrahlte. Sie zeigten uns wie sie lebten, was ihre Herausforderungen sind und teilten ihre Träume mit uns.



Atemberaubend waren auch die unzähligen Glühwürmchen in der Nacht und die vielen Naturgeräusche ohne jegliche Motorengeräusche. Selbst mein Sohn, der immer sehr aktiv ist und ständig was neues erkundet, stand morgens andächtig am Fenster und blickte in das Grün.

Und ich war von mir selbst überrascht. Es gab ein Plumpsklo im Dschungel, ein Eimer für die Nacht, eine durchgelegenen Matraze, kein WLAN und nicht überall Strom und es war trotzdem oder teilweise auch deswegen unsere schönste Unterkunft. Mir wurde nochmals bewusst, wie viel die Menschen und die Stimmung, die vorherrscht zu meinem Wohlbefinden beitragen. Kein Komfort kann das für mich ausgleichen.

5. Stopp vom 5.11- 16.11 Hopkins im Hostel und Airbnb



Mit dem Bus ging es für uns dann weiter nach Hopkins. Dieses schöne Küstendorf deren Bevölkerung überwiegend aus Garifunas besteht, hat ein ganz besonderes Flair. Die ersten Nächte waren wir zum ersten mal auf unserer Reise in einem Hostel, dass auch private Zimmer mit privatem Bad hat und familienfreundlich ist. Wir hatten eine tolle Zeit dort und Louis liebte es so viele unterschiedliche Menschen um sich zu haben. Er lernte englische Kinderlieder, durfte Ukulele spielen und ich genoss es Abends nachdem er schlief, immer viele Menschen um mich zu haben mit denen ich mich austauschen konnte.

In Hopkins waren wir viel mit dem Fahrrad unterwegs, was uns Beiden sehr viel Spaß machte.


Auch hatten wir das besondere Glück Seekühe vom Strand aus zu sehen. Die Tiere verweilten lange direkt vor uns und wir konnten sie in Ruhe bewundern. 

In Hopkins hatten wir auch unsere erste richtig negative Erfahrung in Belize gemacht. Louis hat mit zwei Mädchen des Garifunastammes am Strand gespielt, bis ihr Vater rauskam und den Mädchen verbot weiterhin mit dem Jungen zu spielen. Als ich ihn freundlich grüßte, schaute er mich nur verächtlich an und zeigte mir mit einer Handbewegung an, dass ich verschwinden soll. Louis rannte den Mädchen hinterher, weil er nicht verstand warum er nicht mit ihnen spielen darf. Er fragte mich mehrmals nach dem Grund. Nach langem Überlegen sagte ich ihm, dass ich davon ausgehe, dass der Vater nicht wollte, dass er mit den Kindern spielt weil wir eine andere Hautfarbe haben. 

Die Antwort meines Sohnes hat mich zu Tränen gerührt. Louis entgegnete mir: "Aber Mama warum mag er denn nur eine Farbe. Die Welt wäre doch so langweilig wenn alle Blumen, alle Menschen und alles andere nur eine Farbe hätten.

Ich habe ihm als er mich mit circa einem Jahr in einem Wartezimmer fragte warum der Mann schwarz ist erklärt, dass es auf der Welt viele unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Farben gibt. So wie es viele unterschiedliche Blumen in den schönsten unterschiedlichen Farben gibt. Ich habe ihm auch gesagt, dass ich das ganz wundervoll und schön finde. Nur eine Farbe wäre mir zu langweilig. Er hat dies scheinbar verinnerlicht und mir den gleichen Inhalt knapp 2 Jahre später wiedergegeben.

 6.Stopp 16.11- 23.11.2019 San Pedro bei Nate



Mit dem Bus und der Fähre sind wir in San Pedro am Nachmittag angekommen. Dort wurden wir von einem Bekannten, den ich bei meiner letzten Reise nach Belize kennengelernt habe abgeholt. Wir haben bei ihm in seiner Wohnung in einem separaten Zimmer mit eigenem Bad direkt am Meer gewohnt. Es war wirklich traumhaft schön und wir haben uns sehr wohl gefühlt. In erster Linie deshalb, weil Nate ein offener, lebenslustiger, respektvoller Amerikaner ist, der uns voller Gastfreundschaft aufnahm. Auch hier war ich wieder über das Vertrauen, dass uns entgegengebracht wurde erstaunt. Gleich am ersten Abend gab er mir den Wohnungsschlüssel und er ging normal arbeiten und wir unternahmen Abends gemeinsam noch etwas. Tagsüber haben Louis und ich die Insel mit dem Golfkart unsicher gemacht.

Eine von der Expatcommunity in San Pedro organisierte Piratenparty mit Bootsausflug zu der Nate uns mitnahm, gab uns auch einen kleinen Einblick in das Leben der überwiegend amerikanischen Expats von San Pedro.

    7. Stopp vom 23.11.2019- 2.12.2019 in Puerto Morelos bei Moni


Mit der Fähre und einem Minibus sind wir wieder nach Puerto Morelos in Mexiko aufgebrochen. 

Der Aufenthalt bei Moni war wieder einfach klasse und ein wunderschöner Abschluss unserer Reise.



Wir haben eine private Zenote besichtigt, Mayahonig direkt aus den Waben probiert, die Isla Mujeres besichtigt, den Strand genossen, die Natur auf der Ranch bei Marco bestaunt und ich habe unvergesslich inspirierende Gespräche mit neuen Freunden geführt.

Am 2.12 stiegen wir mit unzähligen wunderbaren und prägenden Erinnerungen in ein Flugzeug mit dem Ziel Frankfurt.


Eine Reise mit Rucksack und Kleinkind ist anders als eine Backpackreise alleine. Sie hält wenn man sich darauf einlässt, jedoch viele wunderbare Überraschungen bereit. Mein Sohn hat mir sehr häufig auf der Reise die Augen für die kleinen schönen Dinge, die ich übersehen hätte, geöffnet. Er ist mit seiner offenen und neugierigen Art wie ein Türöffner der Herzen. Er hat mich auch immer wieder gefordert Grenzen für uns und ihm Grenzen zu setzen. Mein Sohn hat einen unfassbaren Entwicklungssprung während der Reise gemacht und ich selbst bin über mich hinausgewachsen. Häufig fragt er mich, wann wir nun wieder reisen gehen. Ich freue mich auf jeden Fall auf unsere nächste gemeinsame Reise. Und wenn kein Mann an unserer Seite ist, werden wir auch diese wieder alleine unternehmen. Wir sind nämlich ein spitzen 1 ½ Team.

1,5 on Tour- Sansibar

Louis fliegt zum ersten Mal

Geschafft! Nach ungeplanten Zwischenstopps über Nacht in Paris und Nairobi (Flugausfälle) sind wir nach drei Tagen endlich in Sansibar :-)